Häufige Fragen

Häufige Fragen

Die Rechtsanwaltskammer hilft Ihnen im Vorfeld, Probleme bei der Inanspruchnahme eines Rechtsanwaltes zu vermeiden

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Logo: Rechtsanwaltskammer Berlin

Wann brauche ich eine Anwältin oder einen Anwalt?

Die Aufgabe der Rechtsanwälte besteht nicht allein in der Prozessführung. Sie bemühen sich ebenso darum, Streitigkeiten gütlich zu schlichten und kostenintensive Prozesse zu vermeiden. An Bedeutung gewinnt daher die vorausschauende anwaltliche Beratung in allen Rechtsfragen. Wer frühzeitig einen Anwalt um Unterstützung und Beratung bittet, kann möglicherweise die Entstehung größerer Probleme vermeiden und hat somit am Ende die kostengünstigere Variante gewählt, z.B. kann eine Anwältin oder ein Anwalt
  • Sie individuell beraten,
  • mit Ihnen individuelle Verträge aufsetzen und bei deren Abwicklung helfen,
  • ein Testament formulieren,
  • Sie gegenüber Dritten vertreten,
  • Prozesse vermeiden, wenn nötig aber auch führen.

Wie finde ich die richtige Anwältin oder den richtigen Anwalt?

  • Die Suche nach der passenden Rechtsanwältin oder dem passenden  Rechtsanwalt hängt davon ab, was für Sie bei der Wahl des Rechtsanwalts wichtig ist. Sind es positive Erfahrungen Ihrer Bekannten, so werden Sie einen Anwalt auf Basis von Empfehlungen auswählen. Eine andere Möglichkeit sind die Gelben Seiten des Telefonbuches.
  • Die Rechtsanwaltskammer Berlin unterstützt Sie mit  dem Anwaltssuchservice, der Ihnen telefonisch (Mo – Do.: 8.00 – 12.00 und 13.00 - 16.00 Uhr; Fr. 8.00 – 13.30 Uhr) unter 030/ 306931-0 oder im  Internet  unter www.rak-berlin.de zur Verfügung steht.
  • Dort werden Ihnen Rechtsanwältinnen/Rechtsanwälte mit dem gewünschten Schwerpunkt in dem von Ihnen bevorzugten Ortsteil von Berlin benannt. Allerdings handelt es sich  nicht um eine Empfehlung der Kammer, sondern um eine Zufallsauswahl anhand der Schwerpunkte der Rechtsanwältin bzw. des Rechtsanwalts. Die Schwerpunkte benennen die Rechtsanwältinnen/Rechtsanwälte selbst.

Wodurch unterscheiden sich Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte?

  • Trägt eine Anwältin bzw. ein Anwalt einen Fachanwaltstitel, so hat er auf diesem Rechtsgebiet besondere theoretische und praktische Kenntnisse, die er gegenüber der Rechtsanwaltskammer nachgewiesen hat.  Es gibt Fachanwältinnen bzw. Fachanwälte für Arbeitsrecht, Agrarrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Erbrecht, Familienrecht, Gewerblicher Rechtsschutz,  Handels- und Gesellschaftsrecht, Informationstechnologierecht, Insolvenzrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, Strafrecht, Transport- und Speditionsrecht, Urheber- und Medienrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht und Verwaltungsrecht.
  • Anwälte, die nicht Fachanwälte sind, können auf ihre Spezialisierung hinweisen, wenn dadurch keine Verwechslungsgefahr mit den Fachanwaltschaften entsteht und wenn die Angaben nicht irreführend sind. Bis zum 1. März 2006 waren die Rechtsanwälte noch darauf beschränkt, ihre Werbung in Interessens- und Tätigkeitsschwerpunkte einzuordnen.

Was kostet eine Anwältin bzw. ein Anwalt und wer trägt die Kosten?

  • Diese Frage sollten Sie  vor Beginn der Beratung Ihrer Anwältin oder Ihrem Anwalt stellen. Die Anwältin oder der Anwalt wird Sie dann über die voraussichtlichen Kosten eines Rechtsstreites informieren. Die Anwältin/der Anwalt wird Sie anhand Ihrer finanziellen Situation informieren, ob die Möglichkeit der staatlichen Beratungs- oder Prozesskostenhilfe besteht.
  • Die Anwältin bzw. der Anwalt hat sich bei der Berechnung ihres/seines Honorars nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz zu richten, es sei denn, Sie haben mit ihr/ihm eine Vergütungsvereinbarung getroffen. 
  • Die Anwaltskosten trägt der Mandant, mit Ausnahme der Inanspruchnahme von Beratungshilfe. Möglicherweise erstattet eine Rechtsschutzversicherung diese Kosten. Wer einen Rechtsstreit vor Gericht gewinnt, erhält  die Gerichtskosten und die Anwaltskosten von der Gegenseite erstattet. Das gilt nicht vor dem Arbeitsgericht. Dort trägt jede Partei die eigenen Kosten unabhängig vom Ausgang des Prozesses.

Kann ich mit der Anwältin/dem Anwalt ein Erfolgshonorar vereinbaren?

  •  Im Einzelfall ist ausnahmsweise die Vereinbarung eines Erfolgshonorars möglich. Das bedeutet, die Höhe der Vergütung des Anwalts kann vom Ausgang der Sache abhängig gemacht werden. Es kann beispielsweise vereinbart werden, dass der Anwalt einen Teil des erstrittenen Betrages erhält. Die Vereinbarung eines Erfolgshonorars ist jedoch nur dann möglich, wenn der Mandant aufgrund seiner wirtschaftlichen Verhältnisse ohne die Vereinbarung des Erfolgshonorars von der Rechtsverfolgung abgehalten würde.
  •  In einem gerichtlichen Verfahren darf in diesen Fällen vereinbart werden, dass im Falle eines Misserfolgs keine oder eine geringere als die gesetzliche Vergütung zu zahlen ist. Dann muss aber gleichzeitig auch vereinbart werden, dass im Erfolgsfalle ein angemessener Zuschlag auf die gesetzliche Vergütung erfolgt.
  •  Die Vereinbarung eines Erfolgshonorars hat keinen Einfluss auf gegebenenfalls zu zahlende Gerichtskosten, Verwaltungskosten und die von dem Mandanten zu erstattenden Kosten anderer Beteiligter.

Darf die Anwältin/der Anwalt auch ohne Auftrag tätig werden?

  • Die Anwältin bzw. der Anwalt darf grundsätzlich nur im Auftrag ihres/seines Mandanten tätig werden, es sei denn sie/er wurde von einem Vertreter des Mandanten oder einer öffentlichen Stelle bevollmächtigt.

Darf die Anwältin/der Anwalt einen Auftrag bzw. ein Mandat ablehnen?

  • Die Anwältin/der Anwalt ist für die Ausführung des ihr/ ihm erteilten Mandats persönlich verantwortlich. Daher muss sie/ er ein Mandat unverzüglich ablehnen, wenn sie/er weiß, dass ihr/ihm die erforderlichen Kenntnisse fehlen, sie/er das Mandat im Hinblick auf andere Verpflichtungen nicht unverzüglich bearbeiten kann oder z.B. durch Interessenkollision an der Bearbeitung gehindert ist.

Was kann ich tun, wenn ich mit meiner Anwältin/meinem Anwalt nicht zufrieden bin? Darf ich meinem Anwalt das Mandat kündigen?

  • Die Rechtsanwaltskammer kann keine Ansprüche des Mandanten gegen seinen Anwalt durchsetzen. Hierfür sind nur die entsprechenden Gerichte zuständig. Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind gesetzlich verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung zu unterhalten. Die Einhaltung dieser Pflicht wird von der Rechtsanwaltskammer überwacht. Die Mindestversicherungssumme beträgt 250.000 Euro.